Medizinischer Wasserstoff liegt unter Normalbedingungen als ein einfaches Gas (H₂) vor. Er besteht aus zwei Wasserstoffatomen (H) und ist mit 2 Dalton Molekulargewicht das leichteste und mit 0,31nm Radius das kleinste denkbare Molekül, und das, da es sich aus dem leichtesten und kleinsten Element (H) zusammensetzt. Das Wasserstoffatom selbst besteht nur aus einem einzigen Proton als Atomkern und einem einzigen Elektron.
Diese einzigartigen Eigenschaften, die ihm nicht nur den ersten Platz im Periodensystem sichern, sondern auch seine quantenphysikalische Wirkung auf alle biologischen Systeme in diesem Universum erklären, sind tief in seiner Entstehungsgeschichte begründet.
Bereits 1 Mikrosekunde nach dem Urknall, als das Universum sich auf grob 1 Billion Kelvin abgekühlt hatte, konnten sich aus dem Quarks-Gluonen-Plasma Wasserstoffatome bilden. Diesen Prozess nennt man Hadronisierung. Es ist die allererste Manifestation von Materie, entstanden aus reiner Energie. Alle weiteren Atomkerne sind erst im weiteren Verlauf und nach weiterer Abkühlung durch Nukleosynthese aus den Wasserstoffatomen und den parallel entstandenen Neutronen entstanden.
Ca. 380000 Jahre später war das Universum mit 3000-4000 Kelvin soweit abgekühlt, dass Wasserstoffatome erstmals 1 Elektron stabil binden konnten. Infolgedessen macht Wasserstoff heute rund 75% Massenanteil am Universum sowie 93% aller Atome aus und ca. 90% aller Moleküle sind H₂- oder H-basiert. Ein Leben gegen die quantenphysikalischen Eigenschaften von Wasserstoff ist daher nicht denkbar. Er war schon immer überall.
Trotz seiner alles Leben prägenden Rolle ist dieses Molekül erst in den letzten Jahren in der Medizin zu einem interessanten Kandidaten für die Behandlung und Prävention von Krankheiten geworden – vor allem dort, wo oxidativer Stress, Entzündungen, Zelltod und epigenetische Dysregulation eine Rolle spielen. H₂ ist klein, leicht und ungeladen, kann daher Zellmembranen, die Blut‑Hirn‑Schranke und sogar Mitochondrien passieren und dort gezielt und selektiv eingreifen. [1][2][3][4]
Im Folgenden erkläre ich, wie H₂ auf vier Ebenen wirkt: antioxidativ, anti‑inflammatorisch, anti‑apoptotisch und epigenetisch. Alle Fachbegriffe sind dabei direkt im Text erklärt, damit sowohl medizinisch interessierte Leser*innen als auch Patient*Innen den Kern verstehen können.


